Glenfiddich lockt mit sündhaft teurem Jubiläums-Whisky Investoren

31. Juli 2009 | Kategorie: Destillerien

Glenfiddich 50 years oldWer ihn kauft, sollte den Korken vielleicht drin lassen: Einen 50 Jahre alten Glenfiddich Whisky für 11.700 EUR. Denn in ein paar Jahren dürfte der edle Tropfen ein Mehrfaches wert sein.

(von Peter Hody) Runde 10.000 Pfund (11.700 EUR) verlangt William Grant & Sons Distillers, der schottische Hersteller des Glenfiddich-Whiskys, pro Flasche. Es ist nicht irgendeine: Der Tropfen ist 50 Jahre alt. Wie das Familienunternehmen auch, das sein Jubiläum mit einer limitierten Ausgabe dieses Whiskys feiert.

Mehr ein Objekt für Sammler, denn für Trinker: Nur 500 durchnummerierte, mundgeblasene Flaschen, verziert mit schottischem Silber und eingelegt in eine ledergebundene Kiste kommen auf den Markt. Limitierte Ausgaben von Alkoholika sind teilweise das bessere Investment als Kunst: Ein 60 Jahre alter Macallan ist zurzeit 26.100 EUR wert. Kaufen konnte man ihn 1991 für gut 7.200 EUR. Es ist laut Forbes der teuerste Whisky weltweit.

Aber der Glenfiddich, der am Donnerstag in den Verkauf gelangte, hat gute Chancen, den Rekord in einigen Jahren bereits zu brechen. Das Kaufinteresse dürfte vor allem aus Asien und den USA kommen, sagt Campbell Evans von der Scottish Whisky Association zur Agentur Bloomberg. «Die wenigsten werden den Whisky auch trinken. Ich vermute, dass die meisten Käufer ihn als Investment behalten werden.»

Distillerien bedienen gezielt den Sammler-Markt

Ein reiner Marketing-Trick der Destillerie ist diese Jubiläums-Ausgabe nicht. Die Herstellung eines 50 Jahre alten Tropfens ist recht kompliziert. Die Kunst besteht darin, den Charakter zu erhalten, ohne dass der Fassgeschmack Überhand nimmt.

William Grant hat aus den 1950er-Jahren nur zwei Fässer Whisky aufbewahrt. Die Firma behauptet, die alten Originale seien alle getrunken worden. 2001 hatte die Destillerie einen 64 Jahre alten Glenfiddich herausgegeben. Die schottischen Whisky-Hersteller nutzen den grösser werdenden Markt für teure Flaschen, um den insgesamt sinkenden Absatz an Volumen zu kompensieren. 2008 sanken die Exportvolumen um 5 Prozent, der Wert stieg dagegen um 8 Prozent auf 3,06 Milliarden Pfund.

(CASH)

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Ein Kommentar
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  1. Hmmm,ob Investoren damit wirklich glücklich werden? Denen geht es doch darum, möglichst billig zu kaufen, um einen Reibach machen zu können. Viel Spielraum scheint mir da nicht zu sein.

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